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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Wie versprochen – wenngleich mit etwas Verspätung – bieten wir euch heute eine kleine Lerneinheit zu unserem Thema des Monats "Umwelteinflüsse und Intelligenz" an:

http://bit.ly/1cwrzvq

Am Ende der Lerneinheit findet ihr zudem eine kleine Lernfrage, die ihr gerne für euch beantworten könnt, und natürlich auch im Forum diskutieren dürft. Eine Musterantwort hierzu werden wir in den kommenden Tagen bereitstellen.

Wir hoffen, dass euch unsere kleinen Appetithappen hungrig auf das Thema machen, Erfolg beim Lernen und Vertiefen bringen und Spaß bereiten.

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Ich finde das Thema sehr interessant und habe mich über die kurze Zusammenfassung gefreut.

Allerdings bin ich beim Lesen ein wenig über die Auflistung auf Seite 4 gestolpert: Die dort aufgeführten familiären Risikofaktoren beziehen sich fast aussschließlich auf die Mutter. Gibt es auch Befunde zum Einfluss des Vaters bzw. ist hier nicht einfach die primäre Bezugsperson gemeint?

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Man muss wohl sagen, dass die Forschung zum Einfluss der Väter (im Vergleich zu dem Einfluss der Mütter) auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen noch immer „in den Kinderschuhen steckt“. Dies hat verschiedene Gründe, beispielsweise die mitunter geringere Erreichbarkeit oder Teilnahmebereitschaft von Vätern oder die Fokussierung auf die primäre Bezugsperson (die noch immer eher Mütter als Väter darstellen). Dennoch gibt es eine stetig wachsende Zahl von Studien, deren Ergebnisse darauf hinweisen, dass Väter einen bedeutsamen Beitrag zur Entwicklung von Kindern leisten (z.B. Pougnet, Serbin, Stack & Schwartzman, 2011). Und diese Beiträge sind dabei sowohl im Bereich der sozialen als auch der kognitiven Entwicklung nachweisbar. Inwieweit die im Lehrbuch aufgeführten Faktoren sowohl für Mütter wie für Väter gelten oder ob es eine gewisse Spezifität gibt, sodass manche Faktoren sich besonders dann auswirken, wenn dieser gerade die Mutter oder gerade den Vater betrifft, ist letztlich eine empirische Frage. Man darf allerdings davon ausgehen, dass die Väterforschung in dieser Hinsicht in Zukunft ein vielbeachtetes und spannendes Forschungsfeld darstellen wird.

Pougnet, E., Serbin, L. A., Stack, D. M., & Schwartzman, A. E. (2011). Fathers' influence on children's cognitive and behavioural functioning: A longitudinal study of Canadian families. Canadian Journal of Behavioural Science, 43, 173-182.

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Vielen Dank für die ausführliche Antwort und den Artikel! Ein wirklich interessanter Forschungsbereich, ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch dazu kommen wird.
 

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Hier wird in der Kürze nur ein Teilaspekt behandelt. Was mich dabei stört, ist die Vermischung des Begriffs der Intelligenz im Sinne einer messbaren Qualität (IQ) mit dem Begriff der intellektuellen Entwicklung. Bei letzterem handelt es sich um einen längeren Prozess, der nicht so einfach zu messen ist. Es gibt intellektuelle Entwicklungen, die mit einer hohen Spezialisierung verbunden sind und gut in das hier beschriebene System passen, aber nicht per se automatisch mit einer entsprechend hohen Intelligenz verbunden sind. Die Reduzierung von komplexen Vorgängen auf die einfache negative Korrelation mit der Anzahl der Geschwisterkinder halte ich für einen gefährlichen Trugschluss, denn das würde bedeuten, dass Einzelkinder grundsätzlich intelligenter werden. Die empirische Untersuchung dazu möchte ich mal sehen!

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Hallo zusammen!

Ich freue mich immer sehr über solche kritischen (bzw. reflektierten) Bemerkungen:) Du hast vollkommen recht: Die Korrelation darf natürlich nicht als kausaler Effekt interpretiert werden (d.h. es gilt nicht: je mehr Geschwister, desto dümmer das einzelne Kind). Bald werden wir noch einige Vorschläge zur Beantwortung der Lernfrage für diese Lerneinheit bereitstellen; ich hoffe, dort wird noch mal deutlicher, dass das Vorliegen solcher Risikofaktoren nicht zwangsläufig dazu führt (oder nur dafür verantwortlich ist), dass Kinder einen geringeren IQ haben.

Danke für deinen Kommentar!

Liebe Grüße,

Sabine

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Musterantwort

Wie angekündigt, findet ihr hier eine Musterantwort auf die Lernfrage, die wir in unserer kleinen Lerneinheit gestellt hatten:

Musterantwort

Besonderer Dank gilt in diesem Fall unseren Lehrbuch-Autoren Arnold Lohaus und Marc Vierhaus für die fachliche Korrektur sowie meiner Kollegin Sabine Grätz für die wertvolle Vorarbeit.

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Lerneinheit "Umwelteinflüsse und Intelligenz"

Input

Nachdem die Lerneinheit vor allem nach dem "Was?" und dem "Wie?" zum Thema Frühförderung gefragt hat, möchten wir mit dem nächsten Input auch das "Wann?" aufgreifen.

Dazu habe ich einen Artikel in der Zeitschrift Gehirn und Geist gelesen (by the way: sehr zu empfehlen!): Darin haben sie vor allem auch die Frage aufgegriffen, warum es denn überhaupt sinnvoll wäre, Kinder schon so früh zu fördern – oder es nicht reichen würde, wenn man das in der Schulzeit macht. Stichwort ist: Sensible Phasen. Bekannt sind diese z.B. schon aus dem Bereich der Sprachentwicklung. Aber es gibt einige Wissenschaftler, die auch von einer kritischen Periode für die Intelligenzentwicklung ausgehen.

Hier ist die Stellungnahme von der Nationalen Akademie der Wissenschaften, auf die sich der Artikel bezieht (Abschnitt Kognitive Entwicklung, Seite 47-61).

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